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Eine ganz überraschende Neuentdeckung haben wir vor Kurzem in Heidelberg-Kirchheim gemacht: Die erste Heidelberger Senfmühle seit den 60er Jahren hat ihre Tore geöffnet und wir haben uns gleich am ersten Tag die kleine Mühle vor Ort erklären lassen. Was alles passieren kann, wenn man beim Grillen am Neckarufer über die verschiedenen Senfgeschmacksrichtungen philosophiert!

Senf ist nicht gleich Senf | Produziert werden zur Zeit acht verschiedene Sorten, die in Ein-Mann-Manufaktur hergestellt werden: Mit einer Granitmühle werden die verschiedenen Senfkörner-Mischungen (schwarz, weiß, braun) zermahlen, die zuvor mit Wasser und Geschmacksträgern (z.B. Kräuter, Apfelessig) in einer Maische für etwa 24h angesetzt worden sind. Dieser Mahlvorgang dauert rund eine Stunde und wird nach Bedarf mehrere Male wiederholt. Hinzu kommt noch eine gute Stunde Zeit zum Reinigen der Granitmühlsteine. Ein nicht zu vernachlässigender Arbeitsaufwand also!

Blick in die Heidelberger Senfmühle | Foto Heidelberger Senfmühle

Blick in die Senfmühle | Foto (c) Heidelberger Senfmühle

Die fertig gemahlene Senfmischung reift anschließend noch rund drei Wochen; in dieser Zeit bildet sich der individuelle Geschmack voll aus.

Neben der sorgfältigen Auswahl der Bestandteile, die möglichst regional bezogen werden, ist der entscheidende Faktor, dass die entstehenden Senföle nicht abgeschöpft werden, wie es im herkömmlichen Senfproduktionen der Fall ist (Senföle werden individuell verkauft, etwa für die Kosmetikproduktion). Das ist prinzipiell nicht schlecht, aber ein Senf mit diesen Ölen ist natürlich „vollständiger“ und, tatsächlich, besser im Geschmack.

Interessant außerdem: Bei diesen Senfen wird sich nach Anbruch des Gläschens kein Wasser absetzen, wie man dies von üblichen Senfgläsern kennt – bei der Produktion wird die Maische deutlich weniger verdünnt.

Der Geschmack | Denn tatsächlich sind erstaunliche geschmackliche Unterschiede festzustellen gegenüber konventionellen Produkten. So schmeckt etwa der Küchensenf sehr viel abgerundeter, als man das so kennt. Leicht scharf, natürlich, würzig eher, aber nicht nur scharf, etwas Süße ist auch dabei. So abgerundet sogar, dass man diesen Senf auch als puren Brotaufstrich verwenden kann. Nicht unbedingt zentimeterdick aufgetragen, versteht sich, aber mit Gefühl verstrichen – sehr lecker. Die Senfmühle empfiehlt etwa auch eine Senfbutter – einfach weiche Butter mit Senf nach Geschmack mischen, aufstreichen, fertig!

Acht Mal Heidelberger Senf | Foto (c) Heidelberger Senfmühle

Acht Mal Heidelberger Senf | Foto (c) Heidelberger Senfmühle

Außer dem Küchensenf im stylischen Tontopf haben wir den Chilisenf getestet – eine angenehme Schärfe, aber weit davon entfernt, die Zunge „zu verbrennen“, wie manche Chili es tun. Vor Ort haben wir natürlich alle anderen Sorten auch angetestet – es gibt noch einige süße Senfe (Traubensenf, Honigsenf, Feinsüßersenf), einen Kräutersenf und einen „exotischen“ Currysenf – allerdings legt man in der Senfmühle Wert darauf, keine ausgefallenen Lifestyle-Geschmacksrichtungen zu kreiieren, sondern die geschmacklichen „Basics“ abzudecken. Was ich nur gut finden kann, mir war der Currysenf schon fast zu extravagant! ;- )

Die Preise liegen bei 4,80€ für ein 200 Gramm-Glas, 3,80€ für 100gr. Den Küchensenf gibt es außerdem noch im eindrucksvollen Steintop (8,80€ / 220gr). (Ob man sich den einfach wieder nachfüllen lassen könnte? Eigentlich eine tolle Sache, aber sicher nicht ganz einfach in die Praxis umzusetzen.)

Appetit bekommen? | Zu beziehen ist der Heidelberger Senf über einen Onlineshop sowie bei verschiedenen Händlern im Umkreis von Heidelberg (z.B. Edeka, ReWe). Wer vor Ort ist, kann auch im kleinen Mühlenlädchen vorbeischauen (Achtung Öffnungszeiten). Mehr Informationen gibt es auf der Website www.heidelbergersenf.de.

Insgesamt |  ist alles sehr liebevoll gestaltet – von den Etiketten bis zur Sortimentspräsentation. Eine tolle Idee zum Verschenken und Selberessen. Nur lange halten tut er nicht, der Heidelberger Senf – nach knapp zwei Wochen ist unser Gläschen Chilisenf schon fast leer …

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Ein Kommentar zu “Getestet | Heidelberger Senf

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