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Et voilà: Nach dem Matcha ein weiteres japanisches Produkt, das in Deutschland allerdings deutlich weniger bekannt sein dürfte: Natto. Natto ist ein traditionelles japanisches Lebensmittel aus fermentierten Sojabohnen, das ganz furchtbar gesund und, ja, für deutsche Augen auch ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist. Denn durch die Fermentierung der Sojabohnen bilden sich schleimige Hefefäden, das Ganze ist ein wenig … nuja … babbig.

Natto frisch auf der Gabel Foto: Just my cup of ... | Mone

Natto frisch auf der Gabel (Foto: Just my cup of … | Mone)

Bevor sich der europäische Abwehrreflex meldet und weggeklickt wird: Auch Sauerkraut ist fermentiert. Ebenso werden Milchprodukte, Käse und Joghurt etwa, durch Zugabe von Bakterien hergestellt, Bier wiederum wird mit Hefe fermentiert. Denn Fermentation ist „eine Form von enzymatischer Umwandlung organischer Stoffe“, durch die durch Zugabe von Bakterien-, Pilz- oder sonstiger biologischen Zellkulturen. (Wiki is your friend.) Glaubt man Legenden, so ist Natto seit fast 2000 Jahren in Japan bekannt.

Schleimige Bohnen? Really? | Natto also wird hergestellt, indem gekochte Sojabohnen durch das Bakterium Bacillus subtilis ssp. natto fermentiert werden. Der traditionelle Herstellungsprozess ist interessant, daher zitiere ich an dieser Stelle noch einmal das allwissende Wikipedia: „Dadurch bildet sich eine schleimige, Fäden ziehende Substanz um die Bohnen und die Speise bekommt einen starken Geruch. In der traditionellen Zubereitungsart stammen die Bakterien aus Reisstroh, in welches die Bohnen gewickelt werden. Im modernen Herstellungsprozess werden die Bohnen mit Kulturen des Bakteriums beimpft, so dass der Einsatz von Reisstroh nicht notwendig ist.“

(Es gibt einige interessante Informationen zu Natto, die über meinen Beitrag hier hinausgehen, aber ich kann euch den Wiki-Beitrag ans Herz legen.)

Durch die Fermentierung entstehen Stoffe, die gesundheitsfördernde Wirkung entfalten. So ist es gut für die Verdauung, hilft es wohl bei Magenproblemen. Auch gegen Thromben, Bluthochdruck, Osteoporose und Magengeschwüre soll es wirksam sein. (Mehr, insbesondere zu den chemischen Bestandteilen, bei Wiki).

Natto-Vierer-Pack - eine ist schon leer ... Foto: Just my cup of ... | Mone

Natto-4er-Pack – eine ist schon leer!                                           (Foto: Just my cup of … | Mone)

Wo gibts das? | Man kann Natto in besser sortierten Asiashops kaufen oder online bestellen. Es ist erhältlich in kleinen Styroporschälchen portioniert, dazu liegt meist Senf und Sojasoße in kleinen Portionspackungen bei (ähnlich wie man sie von Instantnudeln kennt). Vom ökologischen Aspekt daher also nicht unbedingt die erste Wahl.

Ich habe Natto-Packungen beim Asia-Shop tiefgekühlt für 4 bis 5 € gesehen.

D I Y  | Aber man kann Natto ja auch selber machen! Dazu lässt man Sojabohnen in der Wunschmenge über Nacht einweichen, kocht sie dann bissfest und lässt sie abtropfen. Danach wird eine Packung Natto untergemischt (um die nötigen Hefebakterien zu „impfen“) und die Mischung kann für 24 Stunden an einer dunklen und warmen Stelle reifen. Fertig! Nicht allzu aufwendig also – und es funktioniert tatsächlich (bei uns…).

Obwohl ich eigentlich ein „Mit-den-Augen-Esser“ bin und die Optik zunächst doch gewöhnungsbedürftig fand, esse ich Natto mittlerweile hin und wieder gern – pur auf einem Löffel, aber doch lieber unter ein Asia-Gemüsegericht gemischt (zum Abschluss nachträglich zugefügt).

Auch in Maki Sushi habe ich Natto schon probiert – schmeckt!

Natto in der Packung (Foto: Just my cup of ... | Mone)

Natto in der Packung (Foto: Just my cup of … | Mone)

Schmeckt? Ja wie denn nu? | Den Geschmack würde ich beschreiben als … würzig, nussig, leicht käsig. Ein bisschen wie Tempeh (kennt ihr Tempeh? Noch ein fermentiertes Sojabohnenprodukt, aus Indonesien. *note to self: Tempeh vorstellen!*) Für europäischen Geschmack ist es durchaus ungewohnt und sicher nicht jedermanns Sache. Man muss buchstäblich ein wenig auf den Geschmack kommen

Natto ist etwas, das ich nicht ständig essen möchte und auch nicht in riesigen Mengen – es gibt ja Sachen, in die könnte man sich reinlegen. Tonkabohnen-Mousse zum Beispiel. Oder Heidelberger Senf! : ). So geht es mir mit Natto nicht (es soll aber japanische Kinder geben, bei denen das so ist, wurde mir erzählt!). Aber ich mag Natto gern, bei Gelegenheit, zu asiatischer Küche und bewusst für eben diesen besonderen, „exotischen“ Geschmack (würde man es jeden Tag essen, wäre es ja nix Besonderes mehr!). Und natürlich auch, um sich was Gutes zu tun.

Für kulinarisch Interessierte und Fans der japanischen Küche ist Natto also definitiv einen Versuch wert!

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6 Kommentare zu “Entdeckt | Japanisches Natto

    • … *hüstel* … In Restaurants hier habe ich es tatsächlich auch noch nie gesehen, warum nur… 😉 Lediglich in einem höher klassigen Japaner, in den erwähnten Maki Sushi. Da ich aber mit einigen Japanern/innen befreundet bin, habe ich quasi Infos aus erster Hand. Vielleicht wäre auch Tempeh ein optisch „leichterer“ Einstieg, Geschmack ist ja ähnlich. 🙂

      • Ist nicht weiter verwunderlich, Natto ist auch in Japan nichts, was man in einem Restaurant isst, schon gar nicht im „höherklassigen“. Es hat in dort etwa denselben Stellenwert wie bei uns die Streichwurst: Natto kommt oft auf Reis, und ist als Frühstück beliebt. Und es ist auch nur hier in Deutschland so teuer, im Supermarkt in Japan (z.B. Aeon oder MaxValu) kostet ein Dreierpack dieser Schälchen etwa 100 Yen, also (derzeit) umgerechnet etwa 75 Cent.

  1. Uah bäh, sieht echt nicht appetitlich aus, ich glaube, das lasse ich mal lieber sein, auch wenn ich Sojaprodukte in anderen Variationen durchaus sehr gerne mag. War aber, wie immer, interessant zu lesen! 🙂

  2. Pingback: Entdeckt | Tempeh | Just my cup of ...

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